EM 2012: Group of Victory

3 Spiele, 3 Siege, 9 Punkte, im Viertelfinale als Gruppenerster. Das sind die Fakten. Ach ja noch was. In jedem Spiel dominant, in jedem Spiel hinten fast immer sicher, in jedem Spiel aus demselbigen heraus viele Chancen erarbeitet und dafür auch belohnt worden. Das muss man einfach mal anerkennen als großartige Leistung. In der anerkannt schwersten Gruppe dem eigenen Anspruch nach der Qualifikation gerecht geworden. Und das sogar mit mehr Leverkusenern auf dem Platz als Dortmundern. 😀 1972 my ass. Diese Mannschaft ist spielerisch die beste Nationalmannschaft aller Zeiten. Die 72er hatten vier gute Spiele, schon das erste nach dem EM-Sieg war eine Katastrophe. Die heutige Mannschaft spielt seit zwei Jahren inklusive der WM 2010 einen teilweise berauschenden und dominanten Fußball, hat aus technischer Sicht das beste Spielermaterial das vielleicht je vorhanden war und dazu noch einen Trainer gefunden, der dem ganzen eine Richtung, ein Gefüge und eine Ordnung gegeben hat und daraus eine funktionierende Mannschaft geformt hat. Klar gibt es Verbesserungsmöglichkeiten, Schwankungen abhängig von den Tagesleistungen. Aber wie oft können sie so zusammen spielen? Welcher Verein aus dem sie alle kommen hat genau diese Spielphilosophie auch im Ligaalltag verinnerlicht? Wenn man dies bedenkt muss man eine Hochachtung vor dem ganzen Trainerstab haben, wie dieser es schafft innerhalb kurzer Zeit eine Mannschaft aufzubauen die so spielen kann. Der Biss ist da. Der Wille ist da. Die Leidenschaft ist da. Die Konzentration ist da. Holt euch den Silberpott. Ihr habt das Zeug dazu.

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EM 2012: Gedanken zum 2. Spieltag

Spiele

Wie zu erwarten war war da viel Gegurke bei. Hauptsächlich vom Kampf dominiert. Einzig die Spanier konnten gegen völlig überforderte Iren ihr Spiel aufziehen. Wahnsinn, gegen so einen Gegner. Da wär ich auch völlig aus dem Häuschen wenn ich Spanier wär. Einzig die Deutschen zeigten gegen einen Gegner für den es um alles ging ein dominantes Spiel, das sie vollkommen zurecht auch gewannen. Die Wendungen bei Dänemark gegen Portugal und Schweden gegen England waren natürlich vom Verlauf schön anzusehen, vom spielerischen eher nicht. Und wieder blieb der Wille zum Sieg bei fast allen Teams vorhanden, was sich in entsprechenden offensiven Bemühungen zeigte. Den großen Durchbruch für den Fußball kann man von dieser EM jedoch nicht erwarten.

Stadien

Wasserschlacht von Donezk…hehe. Na so wirklich was wurds ja nicht draus, die Drainage funktionierte und der Platz wirkte nach dem Neuanpfiff eher gut durchgewässert als spielverhindernd. Auch kann man bei so einem Platzregen sicher keine Baumängel erkennen oder das Dach kritisieren. Es bedeckt die Ränge, aber der Wind spielt halt auch ne Rolle. Waren aber dennoch sehr schöne Szenen von diesen Sturzbächen auf den Treppen.

Fans

Ja, die Iren…so sieht Support aus. Von wegen „Rumgesinge“. Was ist ein größerer Liebesbeweis an Heimat und Mannschaft als bei einem 0:4 gegen Spanien als diese Stimmgewaltigkeit. Danke Tom Bartels, der das eh nicht mehr wichtige Geschehen auf dem Platz nicht mehr kommentierte und die Atmosphäre durch sein absichtliches Schweigen nach Hause brachte. Toll. Auch was so ein bisschen Wasser mit Fußballfans anstellen kann war schön zu sehen. Nasse Ukrainer und Franzosen(auch weiblich harhar) machten zusammen Party, inklusive Betonstufensynchronschwimmen. Sehr schöne Bilder. Vielleicht sollte die UEFA überlegen, vor jedem Spiel einfach mal das ganze Stadion unter Wasser zu setzen. Der Stimmung tat dies offensichtlich gut. Hätte vielleicht die Partie von Russen und Polen ganz anders aussehen lassen. Muss man da noch erwähnen dass das Dach in Warschau komplett geschlossen war? Da war die Stimmung so schon aufgeheizt. Weiterhin großartig die deutschen Fans, selbst bei der Oranje-Dominanz in Kharkov waren sie klar zu hören und fallen auch nur wenig negativ auf bisher. Und der DFB kann sich die 10.000€ nu wirklich leisten. Dennoch: Vorsicht vor Papierkugeln-grade wenn man Hamburger ist! 😀

Und sonst?

Kahn lernt dieses Internetz, von dem man soviel in letzter Zeit hört kennen und vor allem dieses „tweeten“. Auch noch an Fakeaccounts. Wow. So stell ich mir EM-Berichterstattung vor. Als Vertretung für Gerhard Delling macht Matthias Opdenhövel einen großartigen Job. Bitte beibehalten! Und hat zwar nichts mit der EM zu tun aber…AUDI hat die 24h von Le Mans gewonnen! Dreifach-Podium! Alle vier Autos trotz Unfällen ins Ziel gebracht! Herrlich. Vorsprung durch Technik.

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EM 2012: Nulpen aus Amsterdam

Elf holländische Gurken, die fuhren zur EM
Den Cup wollten sie holen, da warn’se wohl plemplem
Schon in der ersten Runde ham wir sie glatt rasiert
Da hat sich Rudi Völler ganz köstlich amüsiert
Da hat sich Rudi Völler ganz köstlich amüsiert

Jetzt fahren sie nach Hause im Wohnwagenkonvoi
Wir winken an der Strecke – Oranje, ciao, bye-bye
Die Autobahn nach Norden ist wieder mal blockiert
Da hat sich Rudi Völler ganz köstlich amüsiert
Da hat sich Rudi Völler ganz köstlich amüsiert

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EM 2012: Holland stoppen

Es gibt vieles wofür man Holland beim Sport nicht leiden kann. Diese dämliche Blaskapelle bei jeder Sportart. Die Farbe. Die Arroganz. Die Selbstverklärung. Letztlich sind sie aber wenns um Fußball geht doch nur eins: das Leverkusen der Nationalmannschaften. Lange gebraucht um schönen Fußball zu spielen, gute Spieler hervorgebracht – und doch hauptsächlich nur Zweiter geworden, wenns drauf ankam. Und in Sachen Titeln sogar der Fußballmacht Dänemark unterlegen. Beinah bemitleidenswert. Aber es ist immer noch Holland, und da gibts kein Mitleid, selbst nicht wenn der Deich bricht. In Sachen Hochwasser wird da eher wie bei den Kölnern mit dem Eimer in der Hand nachgeschüttet…na, kleiner Scherz. Was wären wir ohne sie? Richtig, immer noch dreimal Weltmeister und dreimal Europameister. 😀 Mögen die Engländer sich auch stets bei jedem Spiel gegen Deutschland ihre Kriegsrhetorik aus dem Luftschutzbunker holen, es gibt nur einen wahren Rivalen. Und der fliegt heute aus dem Turnier.

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EM 2012: Gedanken zum 1. Spieltag

Was blieb hängen?

Spiele

Spanien hat es gewagt, das von vielen angedachte 4-6-0 auszuprobieren. So richtig toll hat das aber nicht gegen Italien geklappt. Stürmer haben eben doch ihre Daseinsberechtigung. Generell ist der Trend zur Offensive, den man schon vor vier Jahren beobachten durfte,  erfreulicherweise geblieben. Gepaart mit der traditionellen Nichteingespieltheit der Mannschaften am 1. Spieltag ergab sich so ein munteres hin und her auf dem Platz. Für die Zuschauer toll, für die Trainer eher nicht. Standards haben auch wieder einiges an Toren gebracht, da muss Jogi auch mal auf Hansi Flick hören. Gerade bei dem Personal das er dafür in der Mannschaft hat. Das taktischste Spiel war bisher das Deutschland-Portugal-Spiel, und wenn man ehrlich ist konnte man das auch nicht anders erwarten. Da war der Respekt beider Teams voreinander doch zu groß als das man munter aufspielen konnte. Zum Glück!

Stadien

Haben einen guten optischen Eindruck hinterlassen, meine Favoriten ganz klar die Danziger Bernstein-Arena und der Pott in Donetzk. Warschau ist auch hübsch, aber eben nur ne Variation von Frankfurt, was man als Bundesliga-Fan zur Genüge kennt. Aus dem alten Stadion in Kiew wurde eine Art „Berlin reloaded“ gemacht, inklusive blauer Laufbahn und fast gleichem Logo. Und was da für Geld reingeblasen wurde. Hauptsache modern. Das diesjährige Turnier-Branding der UEFA ist wie auch 2008 gut geraten. Der Zuspruch kann sich ebenfalls sehen lassen, wie man an relativ wenigen freien Plätzen sieht. Da diese vermehrt in der ersten Halbzeit auffallen scheint es doch bei Anfahrt und Einlass zu Verzögerungen zu kommen. Infrastruktur ist halt auch wichtig.

Fans

Super Support beim Spiel gegen Portugal! Da war ich echt baff. Kam auf jeden Fall im TV klasse rüber und klang nicht nach Turnier-Event-Publikum.  Ansonsten natürlich Polen und Ukrainer bei ihren Spielen beeindruckend von der Lautstärke, enttäuschend dagegen mal wieder die Engländer und Holländer. Spanien gegen Italien war ebenfalls aus Fansicht her sehr atmosphärisch. Da merkt man welchen Vorteil es hat wenn eine Mannschaft nur in einem Spielort spielt. El viva Espana…

Und sonst?

Die Übertragungen sind gräßlich, die Qualität der Kommentare mal wieder gesunken. Und hat zwar nix mit der EM zu tun aber: Tahiti ist Ozeanienmeister! Und nimmt am Confed-Cup 2013 teil! T a h i t i ! War schon richtig von Australien in die Asienzone zu wechseln…

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Ausputzer (1): Mythos Public Viewing

Die EM ist da, das Schlaaaand strömte wieder zu hunderttausenden auf die Plätze und Straßen der Republik um gemeinsam Fußball zu gucken. Im allgemeinen ist dieser Vorgang in Deutschland seit 2006 traurigerweise unter Verwendung eines richtig fiesen Neologismus als „Public Viewing“ bekannt geworden, alternativ auch Rudelgucken genannt. Und auch Franz Beckenbauer verkündete während des Champions League-Finales im Mai mal wieder überschwänglich:

 „Public Viewing wurde ja 2006 von uns erfunden.“

Was ein Riesenblödsinn ist, sich aber leider hartnäckig hält. Gut, dann widerlege ich mal viele Medien, Wikipedia und den Kaiser persönlich…

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Lasst die EM2012-Spiele beginnen

Grau is alle Theorie, wichtig is aufm Platz. Und dieser befindet sich in Warschau, wo heute endlich die EM beginnt. Angesichts der seit Montag immer massiver werdenden Beflaggung von Autos, Häusern und Menschen darf man wohl daraus schließen, dass auch die Deutschen pünktlich zum Auftakt wieder in Stimmung sind. Wir sind halt ein Turnierschlaaaaaaand. Ob da Jogis Jungs mithalten können, werden wir dann morgen sehen.

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